Warum wirkt eine Szene — und die gleiche Szene, anders gestellt, wirkt nicht? In diesem Modul bekommst du den Werkzeugkasten der Regie in die Hand: Raum, Abstand, Tempo, Stille, Kontrast, Fokus. Du wirst sie nicht nur kennen — du wirst sie selbst bedienen.
Klicke jeden Grundriss an.
Drei Aufträge. Wähle jeweils die Anordnung, die den Auftrag erfüllt.
Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch bist du regiereif.
Genau diese Begriffe machen deine Klausur-Reflexionen präzise: Statt „das Licht war stimmig“ schreibst du jetzt, welcher Kontrast, welcher Fokus, welcher Tempowechsel gewirkt hat — an welcher Stelle, mit welcher Folge. Das Merkblatt ist dein Spickzettel dafür (ein erlaubter).
| Begriff | Kurzdefinition |
|---|---|
| Bühnenformen | |
| Guckkasten- / Prosceniumsbühne | Publikum blickt durch einen architektonischen Rahmen (Prosceniumsbogen) auf die Bühne. |
| Arenabühne / Rundbühne | Spielfläche von Publikum auf allen oder den meisten Seiten umgeben. |
| Black Box | Flexibler, schwarz gestrichener Raum — Bühne und Publikum jedes Mal neu anordenbar. |
| Raum und Bewegung | |
| Proxemik | Wie der Abstand zwischen Figuren und Objekten auf der Bühne wirkt. |
| Nähe / Distanz | Räumliche Beziehung zwischen Figuren — erzeugt Spannung. |
| Ebene | Höhenlagen auf der Bühne: liegen, sitzen, stehen, erhöht. |
| Achse | Die Richtung, in die eine Figur ausgerichtet ist. |
| Zeit | |
| Tempowechsel | Abrupter Wechsel der Geschwindigkeit als Gestaltungsmittel. |
| Rhythmus | Die zeitliche Struktur einer Szene: schnell, langsam, gebrochen. |
| Freeze | Eingefrorene Körperhaltung — die Bewegung hält plötzlich an. |
| Slowmotion | Bewusst verlangsamte Bewegung als Gestaltungsmittel. |
| Pause / Stille | Bewusst gesetzte Unterbrechung, die Wirkung entfaltet. |
| Wirkung und Struktur | |
| Kontrast | Bewusst gestalteter Unterschied, der Wirkung erzeugt. |
| Bruch | Bewusster, abrupter Wechsel in Ton, Tempo oder Haltung. |
| Atmosphäre | Die Stimmung, die eine Szene durch alle Mittel zusammen erzeugt. |
| Fokus | Wohin die Aufmerksamkeit des Publikums gelenkt wird. |
| Spannungsbogen | Verlauf der Szene von Beginn über Höhepunkt bis zum Ende. |
| Entwicklung | Spürbare Veränderung innerhalb der Szene. |
| illustrieren / 1:1 | Eine Anweisung wörtlich-genau abbilden — oft verschenkte Bühne. |
| Spielqualitäten | |
| Bühnenpräsenz | Die Wirkung, die eine spielende Person auch ohne Text hat. |
| Impuls | Ein Anstoßen, das eine Reaktion auslöst — im Ensemble: geben und nehmen. |
| Subtext | Was unter dem Gesprochenen mitschwingt: Gedanken, Gefühle, Motive. |
| Improvisation | Spontanes Spiel ohne vorher festgelegten Text oder Ablauf. |
| Chorisches Sprechen | Mehrere sprechen denselben Text gemeinsam — Einheit, Nachdruck, Ästhetik. |
| Slapstick | Physische Komödie: übertriebene Bewegungen, Stürze, Prügeleien. |
| Ausblick | |
| Performance | Aufführung, oft genreübergreifend — über traditionelles Schauspiel hinaus. |
| Postdramatisches Theater | Löst sich von linearer Handlung — Ereignis, Körper, Raum, Interaktion stehen im Vordergrund. |
| Textbuch / Skript | Schriftliche Vorlage mit Dialogen, Regieanweisungen, Szenen. |