DAS KLASSISCHE DRAMA
Theater Basic · Modul 2 · ca. 30 Minuten
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Das klassische Drama

Warum haben Tragödien fünf Akte? Warum weint man im Theater — und fühlt sich danach besser? Und warum gibt es kurz vor dem Ende immer noch einmal Hoffnung? Dahinter steckt ein Bauplan, der seit 2400 Jahren funktioniert. Thespis, Iris und der Bock nehmen ihn auseinander — und am Ende baust du selbst damit.

Level 1 · Warum Regeln?

Ein Philosoph will das Theater verbieten

Die Geschichte läuft …
Level 2 · Der Bauplan

Die Pyramide

Erkunde die Pyramide

Klicke die fünf Stationen der Kurve an — jede erzählt dir ihren Akt.

Noch nichts entdeckt — klick einen Ring an.
Die Geschichte läuft …
Level 3 · Die Verzögerung

Das retardierende Moment

Wo in der Kurve sitzt das retardierende Moment? Klicke die richtige Stelle an.
Fast — es kommt nach dem Höhepunkt, aber vor dem Ende: im vierten Akt.
Genau: im vierten Akt, auf dem Weg nach unten — die letzte Hoffnung vor dem Ende.
Die Geschichte läuft …
Level 4 · Die drei Einheiten

Ein Tag, ein Ort, eine Handlung

Welche Einheit ist verletzt?

Vier Stück-Beschreibungen. Entscheide, gegen welche Einheit sie verstoßen.

Die Geschichte läuft …
Level 5 · Zwei Ausgänge

Tragödie oder Komödie?

Wie endet das?

Die Geschichte läuft …
Level 6 · Jetzt du

Ikarus auf der Pyramide

Lege die Geschichte auf die Pyramide: Ordne jeden Handlungsschritt seinem Akt zu.
Die Geschichte läuft …
Abschluss-Check

Zehn Fragen, fünf Akte

Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch bist du dramenfest.

Beantworte alle zehn Fragen.
Vorhang
★ DRAMENFEST ★
Und jetzt auf Papier: die Ikarus-Transferaufgabe

In der Klausur wartet genau das, was du in Level 6 begonnen hast: die Ikarus-Geschichte als Synopsis eines modernen Theaterstücks — eigener Titel, fünf Akte mit Akttiteln, und das retardierende Moment nicht vergessen. Die Pyramide aus Level 2 ist dein Gerüst.

Das klassische Drama — Merkblatt

Die wichtigsten Begriffe zum Wiederholen.
BegriffKurzdefinition
Aristoteles & die Wirkung
PoetikSchrift des Aristoteles (384–322 v. Chr.); Grundlage der klassischen Dramentheorie.
MimesisNachahmung: Die Handlung wird gespielt, nicht erzählt — kein Erzähler nötig.
Eleos & PhobosJammern und Schaudern — die zwei Gefühle, die die Tragödie auslösen soll.
KatharsisReinigung: Das Mitleiden entlädt sich, das Publikum fühlt sich danach befreit.
FallhöheWarum Könige und Götter: Je höher die Figur steht, desto tiefer kann sie fallen.
Die Pyramide (Freytag, 1863)
1. Akt — ExpositionFiguren, Ort, Zeit, Ausgangslage; der Konflikt keimt.
2. Akt — Steigende HandlungDer Konflikt verschärft sich; erregendes Moment treibt an.
3. Akt — Höhepunkt / PeripetieGrößte Spannung und Umschwung; oft mit Erkenntnis (Anagnorisis).
4. Akt — Fallende HandlungEs geht abwärts — mit dem retardierenden Moment als letzter Hoffnung.
5. Akt — Katastrophe / LösungTragödie: Katastrophe. Komödie: glückliche Auflösung, oft Hochzeit.
Das retardierende Moment
DefinitionSzene nach dem Höhe- und Wendepunkt, die das Ende hinauszögert und kurz einen anderen Ausgang möglich erscheinen lässt (lat. retardare = verzögern).
In der TragödieTrügerische Hoffnung auf Rettung des Helden.
In der KomödieDas greifbare Glück wird noch einmal aufgeschoben.
Position / Gegenstück4. Akt — als sichtbarer Knick nach oben in der fallenden Handlung; spiegelbildlich zum erregenden Moment am Anfang.
Die drei Einheiten
ZeitHandlung innerhalb eines Tages.
OrtEin Schauplatz, keine Ortswechsel.
HandlungEine Haupthandlung, keine Nebenhandlungen.
AchtungBei Aristoteles vor allem die Einheit der Handlung; die Einheit des Ortes erstmals 1570 bei Castelvetro belegt, durchgesetzt in der französischen Klassik. Shakespeare hält sich nicht daran — und funktioniert.
Weitere Begriffe
Geschlossenes DramaFolgt dem strengen Aufbau; klare Szenenfolge, definierter Anfang und Schluss.
Gehobene SpracheDas klassische Drama ist in gehobener Sprache, oft in Versform verfasst.
SynopsisKurze Zusammenfassung der gesamten Handlung von Anfang bis Ende.