DAS KLASSISCHE DRAMA
Theater Basic · Modul 2 · ca. 15–20 Minuten
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Das klassische Drama

Warum haben klassische Tragödien fünf Akte? Warum weint man im Theater — und fühlt sich danach besser? Und warum gibt es kurz vor dem Ende immer noch einmal Hoffnung? Dahinter stecken zwei Modelle: die Tragödientheorie des Aristoteles, 2400 Jahre alt, und Freytags Bauplan aus dem 19. Jahrhundert, der bis heute in Drehbüchern steckt. Thespis, Iris und der Bock nehmen beide auseinander — und am Ende baust du selbst damit.

Level 1 · Warum Regeln?

Ein Philosoph will das Theater verbieten

Die Geschichte läuft …
Level 2 · Der Bauplan

Die Pyramide

Erkunde die Pyramide

Klicke die fünf Stationen der Kurve an — jede erzählt dir ihren Akt.

Noch nichts entdeckt — klick einen Ring an.
Die Geschichte läuft …
Level 3 · Die Verzögerung

Das retardierende Moment

Wo in der Kurve sitzt das retardierende Moment? Klicke die richtige Stelle an.
Fast — es kommt nach dem Höhepunkt, aber vor dem Ende: im vierten Akt.
Genau: im vierten Akt, auf dem Weg nach unten — die letzte Hoffnung vor dem Ende.
Die Geschichte läuft …
Level 4 · Die drei Einheiten

Ein Tag, ein Ort, eine Handlung

Welche Einheit ist verletzt?

Vier Stück-Beschreibungen. Entscheide, gegen welche Einheit sie verstoßen.

Die Geschichte läuft …
Level 5 · Zwei Ausgänge

Tragödie oder Komödie?

Wie endet das?

Die Geschichte läuft …
Level 6 · Jetzt du

Ikarus auf der Pyramide

Lege die Geschichte auf die Pyramide: Ordne jeden Handlungsschritt seinem Akt zu.
Die Geschichte läuft …
Level 7 · Wer wird Intendantin?

Zehn Fragen, zehn Stufen

Zehn Fragen, zehn Stufen — vom Statisten bis zur Intendantin. Drei Joker: Thespis weiß was, Iris sortiert eine Antwort aus, der Bock streicht zwei. Eine falsche Antwort, und der Vorhang fällt.

    Beende einen Aufstieg — egal wie hoch.
    Abschluss-Check

    Zehn Fragen, fünf Akte

    Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch bist du dramenfest.

    Beantworte alle zehn Fragen.
    Vorhang
    –
    ★ DRAMENFEST ★
    Und jetzt auf Papier: die Ikarus-Transferaufgabe

    In der Klausur wartet genau das, was du in Level 6 begonnen hast: die Ikarus-Geschichte als Synopsis eines modernen Theaterstücks — eigener Titel, fünf Akte mit Akttiteln, und das retardierende Moment nicht vergessen. Die Pyramide aus Level 2 ist dein Gerüst.

    Das klassische Drama — Merkblatt

    Die wichtigsten Begriffe zum Wiederholen.
    BegriffKurzdefinition
    Aristoteles & die Wirkung
    PoetikSchrift des Aristoteles (384–322 v. Chr.); Grundlage der klassischen Dramentheorie.
    MimesisNachahmung: Alle Dichtung ahmt handelnde Menschen nach, sagt Aristoteles — das Drama tut es, indem die Handelnden selbst auftreten.
    Eleos & PhobosJammern und Schaudern — die zwei Gefühle, die die Tragödie auslösen soll.
    KatharsisReinigung von Jammern und Schaudern — was Aristoteles genau meinte, wird bis heute diskutiert; gängige Lesart: Das Mitleiden entlädt sich.
    FallhöheWarum Könige und Götter: Je höher die Figur steht, desto tiefer kann sie fallen.
    Die Pyramide (Freytag, 1863)
    1. Akt — ExpositionFiguren, Ort, Zeit, Ausgangslage; der Konflikt keimt.
    2. Akt — Steigende HandlungDer Konflikt verschärft sich; erregendes Moment treibt an.
    3. Akt — Höhepunkt / PeripetieGrößte Spannung und Umschwung; oft mit Erkenntnis (Anagnorisis).
    4. Akt — Fallende HandlungEs geht abwärts — mit dem retardierenden Moment als letzter Hoffnung.
    5. Akt — Katastrophe / LösungTragödie: Katastrophe. Komödie: glückliche Auflösung, oft Hochzeit.
    Das retardierende Moment
    DefinitionSzene nach dem Höhe- und Wendepunkt, die das Ende hinauszögert und kurz einen anderen Ausgang möglich erscheinen lässt (lat. retardare = verzögern).
    In der TragödieTrügerische Hoffnung auf Rettung des Helden.
    In der KomödieDas greifbare Glück wird noch einmal aufgeschoben.
    Position / Gegenstück4. Akt — als sichtbarer Knick nach oben in der fallenden Handlung; spiegelbildlich zum erregenden Moment am Anfang.
    Die drei Einheiten
    ZeitHandlung innerhalb eines Tages.
    OrtEin Schauplatz, keine Ortswechsel.
    HandlungEine Haupthandlung, keine Nebenhandlungen.
    AchtungBei Aristoteles vor allem die Einheit der Handlung; die Einheit des Ortes erstmals 1570 bei Castelvetro belegt, durchgesetzt in der französischen Klassik. Shakespeare hält sich nicht daran — und funktioniert.
    Weitere Begriffe
    Geschlossenes DramaFolgt dem strengen Aufbau; klare Szenenfolge, definierter Anfang und Schluss.
    Gehobene SpracheDas klassische Drama ist in gehobener Sprache, oft in Versform verfasst.
    SynopsisKurze Zusammenfassung der gesamten Handlung von Anfang bis Ende.