Jedes Handy in eurer Tasche ist eine Filmkamera. Der Unterschied zwischen einem Wackelvideo und einer Szene, die etwas erzählt, liegt nicht am Gerät — er liegt an drei Entscheidungen: Was zeigt das Bild? Woher kommt das Licht? Was ist zu hören? Und jede dieser Entscheidungen braucht ein Wozu. In diesem Modul schaltest du dich durch die sieben Bildausschnitte, lernst die Begriffe fürs Drehen und Schneiden — und triffst am Ende Entscheidungen wie am Set.
Zwölf Beispiele, drei Schubladen: Bild, Licht oder Ton. Sortiere so viele du schaffst in 60 Sekunden.
Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch bekommst du das Badge Drehfertig.
Beim nächsten Dreh gilt für jede Entscheidung dieselbe Frage wie im ganzen Modul: Wozu? Welcher Bildausschnitt zeigt das, worum es in diesem Moment geht? Woher kommt das Licht — und ist diese Quelle im Bild plausibel? Was soll zu hören sein, und ist das Mikrofon nah genug dran? Wer diese drei Fragen vor dem Take beantwortet, spart sich im Schnitt die Entschuldigungen.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Die sieben Bildausschnitte | |
| Detail | Sehr kleiner Ausschnitt (Augen, Mund, ein Gegenstand) — ein Detail soll erzählen. Engl. extreme close-up. |
| Groß | Kopf (plus Schulteransatz) — die Emotion im Gesicht. Engl. close-up. |
| Nah | Kopf bis Brust — Gespräch, Reaktion. Engl. medium close-up. |
| Halbnah | Kopf bis Hüfte — Körpersprache mit Nähe. Engl. medium shot. |
| Amerikanisch | Kopf bis Knie — aus dem Western: die Waffe am Hüftgürtel sollte sichtbar bleiben. |
| Total | Ganzer Körper — Haltung, Bewegung, Abstände zwischen Figuren. |
| Panorama | Weite Umgebung, Figuren treten zurück — der Ort erzählt. Engl. extreme long shot. |
| Drehen fürs Schneiden | |
| Einstellung/Shot | Eine ununterbrochene Aufnahme — der kleinste Baustein des Films. |
| Master/Establishing | Übersichtsschuss, der Raum und Lage der Figuren klärt. |
| Coverage | Die verschiedenen Aufnahmen derselben Szene, damit sie sich schneiden lässt (z. B. OTS, Großaufnahmen). |
| OTS | Über die Schulter einer Figur auf die andere gefilmt. |
| Insert/Cutaway | Detailaufnahme oder Wegblende von der Hauptaktion (z. B. eine Reaktion). |
| 180°-Regel | Unsichtbare Linie zwischen den Figuren; die Kamera bleibt auf einer Seite, damit die Blickrichtungen stimmen. |
| Blocking | Die geplanten Wege und Positionen der Darsteller im Raum. |
| Licht | |
| Motiviertes Licht | Licht mit sichtbarem Grund im Bild (Schreibtischlampe, Fenster) — macht die Szene glaubwürdig. |
| Drei-Punkt-Beleuchtung | Hauptlicht (Key) formt, Aufhelllicht (Fill) mildert die Schatten, Gegenlicht (Back) trennt vom Hintergrund. |
| Goldene Stunde | Kurz nach Sonnenaufgang / vor Sonnenuntergang: weiches, warmes Licht. Mittags ist es hart. |
| Bounce/Negative Fill | Aufhellen mit weißer, abdunkeln mit schwarzer Fläche. |
| Ton | |
| O-Ton | Stimmen und Geräusche vom Set — Mikrofon so nah wie möglich an die Quelle. |
| Atmo/Room Tone | Der Klang des Raums ohne Sprache — mindestens 20 Sekunden aufnehmen, für saubere Schnitte. |
| Foley | Nachträglich aufgenommene Geräusche, die Handlungen betonen. |
| Pegel | Lautstärke im Blick behalten; Spitzen bei etwa −12 dB anpeilen; bei 0 dB clippt es. |
| Klappe/Slate | Sicht- und hörbares Signal am Take-Anfang (Klatschen) — zum Synchronisieren von Bild und Ton. |
| Organisation | |
| Takes & Dateien | fps pro Szene festlegen und durchhalten · Weißabgleich sperren · AE/AF-Lock nutzen · Dateinamen: Team#_Motiv_Beat_Take#. |
| Sicherheit | Kabel abkleben, Wege freihalten — keine echten Flammen, kein Alkohol. |
| Merksatz | |
| Jeder Bildausschnitt, jedes Licht und jeder Ton braucht ein Wozu. | |