FILMBASIC · BILD, LICHT, TON
Theater Basic · Modul 8 · ca. 15–20 Minuten
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Filmbasic — Bild, Licht, Ton

Jedes Handy in eurer Tasche ist eine Filmkamera. Der Unterschied zwischen einem Wackelvideo und einer Szene, die etwas erzählt, liegt nicht am Gerät — er liegt an drei Entscheidungen: Was zeigt das Bild? Woher kommt das Licht? Was ist zu hören? Und jede dieser Entscheidungen braucht ein Wozu. In diesem Modul schaltest du dich durch die sieben Bildausschnitte, lernst die Begriffe fürs Drehen und Schneiden — und triffst am Ende Entscheidungen wie am Set.

Level 1 · Der Bildausschnitt

Sieben Größen — sieben Wirkungen

Das Einstellungs-Pult

Schalte alle sieben Größen durch — dieselbe Szene, sieben Bilder.

Was nimmst du — und wozu?

Die Geschichte läuft …
Level 2 · Coverage & Achse

Drehen fürs Schneiden

Begriff ↔ Bedeutung

Die Geschichte läuft …
Level 3 · Licht mit Motivation

Woher kommt das Licht — und warum?

Das Licht-Pult

Schalte die fünf Lichtsituationen durch — dasselbe Gesicht, fünf Wirkungen.

Licht-Begriffe zuordnen

Die Geschichte läuft …
Level 4 · Ton mit Motivation

Was ist zu hören — und wozu?

Die Ton-Begriffe im Überblick

O-Ton — die Stimmen und Geräusche vom Set. Das Mikro gehört so nah wie möglich an die Tonquelle, weil sich Ton später lauter machen lässt, aber nicht klarer: Was hallig oder verrauscht ankommt, bleibt so.
Atmo / Room Tone — der Klang des Raums, wenn niemand spricht. Mindestens 20 Sekunden aufnehmen, damit du im Schnitt die Lücken zwischen den Takes füllen kannst — jeder Raum klingt leise vor sich hin, und wo diese Schicht plötzlich fehlt, hört man den Schnitt als Loch.
Foley — Geräusche, die nachträglich aufgenommen und unters Bild gelegt werden, weil das Set-Mikro bei den Händen und Füßen zu weit weg ist: So bekommen Schritte, Klirren oder Einschenken die Deutlichkeit, die die Handlung braucht.
Pegel — die Lautstärke der Aufnahme. Spitzen bei etwa −12 dB anpeilen — das lässt Reserve bis 0 dB, wo es clippt — weil eine übersteuerte Aufnahme verzerrt und sich nicht reparieren lässt — zu leise kann man anheben, zu laut ist verloren.
Klappe / Slate — einmal sicht- und hörbar klatschen am Take-Anfang, weil Bild und Ton oft getrennt aufgenommen werden: Im Schnitt legst du den Knall genau auf das Bild der Hände — und alles ist synchron.

Jetzt du: Ton-Begriffe zuordnen

Die Geschichte läuft …
Level 5 · Der Sortier-Blitz

Bild, Licht oder Ton?

Zwölf Beispiele, drei Schubladen: Bild, Licht oder Ton. Sortiere so viele du schaffst in 60 Sekunden.

Hilfe: Was war was?
Bild: Ausschnitt, Achse, Kamera — was und wie gefilmt wird.
Licht: Quelle, Richtung, Härte — woher die Helligkeit kommt.
Ton: alles, was zu hören ist — und wie es aufgenommen wird.
Sortiere einen ganzen Durchgang.
Level 6 · Am Set

Was den Schnitt rettet — und was ihn ruiniert

Sieben Ansagen vom Set

Für den nächsten Dreh (unbewertet)

Die Geschichte läuft …
Abschluss-Check

Zehn Fragen

Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch bekommst du das Badge Drehfertig.

Beantworte alle zehn Fragen.
Schnitt. Danke, das war's.
–
◉ DREHFERTIG ◉
Für die eigene Arbeit

Beim nächsten Dreh gilt für jede Entscheidung dieselbe Frage wie im ganzen Modul: Wozu? Welcher Bildausschnitt zeigt das, worum es in diesem Moment geht? Woher kommt das Licht — und ist diese Quelle im Bild plausibel? Was soll zu hören sein, und ist das Mikrofon nah genug dran? Wer diese drei Fragen vor dem Take beantwortet, spart sich im Schnitt die Entschuldigungen.

Filmbasic — Merkblatt

Die eine Frage vor jeder Entscheidung: Wozu? (Bildausschnitt, Licht und Ton brauchen eine Motivation.)
BegriffBedeutung
Die sieben Bildausschnitte
DetailSehr kleiner Ausschnitt (Augen, Mund, ein Gegenstand) — ein Detail soll erzählen. Engl. extreme close-up.
GroßKopf (plus Schulteransatz) — die Emotion im Gesicht. Engl. close-up.
NahKopf bis Brust — Gespräch, Reaktion. Engl. medium close-up.
HalbnahKopf bis Hüfte — Körpersprache mit Nähe. Engl. medium shot.
AmerikanischKopf bis Knie — aus dem Western: die Waffe am Hüftgürtel sollte sichtbar bleiben.
TotalGanzer Körper — Haltung, Bewegung, Abstände zwischen Figuren.
PanoramaWeite Umgebung, Figuren treten zurück — der Ort erzählt. Engl. extreme long shot.
Drehen fürs Schneiden
Einstellung/ShotEine ununterbrochene Aufnahme — der kleinste Baustein des Films.
Master/EstablishingÜbersichtsschuss, der Raum und Lage der Figuren klärt.
CoverageDie verschiedenen Aufnahmen derselben Szene, damit sie sich schneiden lässt (z. B. OTS, Großaufnahmen).
OTSÜber die Schulter einer Figur auf die andere gefilmt.
Insert/CutawayDetailaufnahme oder Wegblende von der Hauptaktion (z. B. eine Reaktion).
180°-RegelUnsichtbare Linie zwischen den Figuren; die Kamera bleibt auf einer Seite, damit die Blickrichtungen stimmen.
BlockingDie geplanten Wege und Positionen der Darsteller im Raum.
Licht
Motiviertes LichtLicht mit sichtbarem Grund im Bild (Schreibtischlampe, Fenster) — macht die Szene glaubwürdig.
Drei-Punkt-BeleuchtungHauptlicht (Key) formt, Aufhelllicht (Fill) mildert die Schatten, Gegenlicht (Back) trennt vom Hintergrund.
Goldene StundeKurz nach Sonnenaufgang / vor Sonnenuntergang: weiches, warmes Licht. Mittags ist es hart.
Bounce/Negative FillAufhellen mit weißer, abdunkeln mit schwarzer Fläche.
Ton
O-TonStimmen und Geräusche vom Set — Mikrofon so nah wie möglich an die Quelle.
Atmo/Room ToneDer Klang des Raums ohne Sprache — mindestens 20 Sekunden aufnehmen, für saubere Schnitte.
FoleyNachträglich aufgenommene Geräusche, die Handlungen betonen.
PegelLautstärke im Blick behalten; Spitzen bei etwa −12 dB anpeilen; bei 0 dB clippt es.
Klappe/SlateSicht- und hörbares Signal am Take-Anfang (Klatschen) — zum Synchronisieren von Bild und Ton.
Organisation
Takes & Dateienfps pro Szene festlegen und durchhalten · Weißabgleich sperren · AE/AF-Lock nutzen · Dateinamen: Team#_Motiv_Beat_Take#.
SicherheitKabel abkleben, Wege freihalten — keine echten Flammen, kein Alkohol.
Merksatz
Jeder Bildausschnitt, jedes Licht und jeder Ton braucht ein Wozu.