FEEDBACK — DER SPIEGEL
Theater Basic · Modul 6 · ca. 15–20 Minuten
★ 0 XP

Feedback — der Spiegel

„Es sah gelangweilt aus!“ — „Was? Ich habe Trauer gespielt!“ Zwischen dem, was du meinst, und dem, was ankommt, liegt eine Lücke. Feedback ist das Werkzeug, das sie sichtbar macht — ohne zu verletzen. In sechs Leveln lernst du: beobachten statt bewerten, sagen ohne zu treffen, annehmen ohne einzuknicken — und den Raum schützen, in dem das alles möglich ist.

Level 1 · Der Spiegel

Wirkung ist nicht Absicht

Die Geschichte läuft …
Level 2 · Beobachten

Beobachtung statt Bewertung

Beobachtung — oder schon Urteil?

Die Geschichte läuft …
Level 3 · Sagen

Ich-Botschaft und Feedforward

Die Feedforward-Formel

Ordne die vier Bausteine der Formel den Teilen des Beispielsatzes zu: „Senke im Streit-Dialog in Szene 3 die Lautstärke eine Stufe, damit dein Text verständlich bleibt.“

Die Geschichte läuft …
Level 4 · Die Fehlerjagd

Acht Rückmeldungen, fünf sind gutes Feedback

Eine Feedback-Runde nach Ninas Solo — fünf Rückmeldungen sind gutes Feedback, drei sind schlechtes. Klick die fünf guten an.

Finde die fünf guten Rückmeldungen.
Level 5 · Methoden

Die Methoden-Werkstatt

Dieselbe Szene, vier Methoden

Die Szene: Ninas Solo. Sie beginnt mit dem Rücken zum Publikum und dreht sich erst beim letzten Satz um — heute allerdings schon mitten im Text. So klingt Feedback dazu in jeder der vier Formen:

Two Stars and a Wish
Stern 1: „Dein Anfang mit dem Rücken zum Publikum hat sofort Spannung aufgebaut.“
Stern 2: „Dein letzter Satz kam ganz ruhig — der hat gesessen.“
Wunsch: „Ich wünsche mir, dass die Drehung erst beim letzten Satz kommt, damit die Überraschung hält.“
TAG
Tell: „Mir hat gefallen, wie lange du den Rücken zum Publikum hältst.“
Ask: „Was denkt deine Figur in dem Moment, bevor sie sich umdreht?“
Give: „Probier mal, die Drehung auf den allerletzten Satz zu legen.“
SBI
Situation: „Heute im Durchlauf, in deinem Solo …“
Behavior: „… hast du dich schon in der Mitte des Textes umgedreht.“
Impact: „Dadurch war die Überraschung am Schluss weg — ich hatte dein Gesicht ja schon gesehen.“
Critical Response Process
Schritt 1 — die Runde: „Bedeutung hatte für mich der Moment der Drehung.“
Schritt 2 — Nina fragt: „War mein Schluss zu leise?“
Schritt 3 — neutrale Frage der Runde: „Wie hast du den Zeitpunkt der Drehung gewählt?“
Schritt 4 — erst jetzt: „Ich habe eine Meinung zu deiner Drehung — willst du sie hören?“

Vier Methoden, vier Steckbriefe

Bring die SBI-Schritte in die richtige Reihenfolge.
Noch leer …
Die Geschichte läuft …
Level 6 · Empfangen

Feedback annehmen — ohne einzuknicken

Stärkt dich das — oder blockiert es dich?

Die Geschichte läuft …
Level 7 · Der sichere Raum

Wenn Grenzen überschritten werden

Die beiden Protokolle im Überblick

STOPP — wenn eine Grenze verletzt wird (Angriff, Diskriminierung)
Stopp — sofort und klar unterbrechen
Tat benennen — ohne sie zu wiederholen
Orientierung geben — an die Regeln erinnern
Prozess sichern — Pause, De-Roling (bewusst aus der Rolle treten), der betroffenen Person eine Wahl anbieten
Protokoll & Plan — festhalten, nächste Schritte vereinbaren
Das Signal „Stopp — Außenprobe“ darf von allen kommen, nicht nur von der Lehrkraft.
CARE — wenn keine Grenze verletzt ist, aber Gefühle überlaufen
Calm — Pause, ruhige Stimme
Ask — fragen, was die Person braucht
Regulate — wieder ankommen: etwa kurz an die frische Luft gehen
Exit/Role — das De-Roling: aus der Rolle treten — „Ich spiele jetzt nicht mehr X“
und danach: Resume — klären, wie es weitergeht, und den Plan festhalten
Merke: STOPP schützt vor Verletzungen — CARE fängt bei starken Emotionen auf. Beides ist Fürsorge.

Jetzt du

Du leitest die Runde und musst eingreifen: Bring die fünf Schritte des STOPP-Protokolls in die richtige Reihenfolge.
Noch leer …
Die Geschichte läuft …
Abschluss-Check

Zehn Fragen

Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch darfst du dich selbst Super-Feedbacker nennen.

Beantworte alle zehn Fragen.
Kurzfassung geschafft
Level 1–3
Beobachten, die Wirkung benennen, einen nächsten Schritt vorschlagen — mehr braucht dein erstes Feedback nicht. Die Methoden, das Annehmen und der sichere Raum kommen in der Vollfassung, wenn ihr ein paar Runden Feedback hinter euch habt.
★ ERSTES FEEDBACK ★
Vorhang
–
★ SUPER-FEEDBACKER ★
Zwei Fragen zum Mitnehmen

Was war das beste Feedback, das du je bekommen hast — und warum hat es gewirkt? Und: Was war ein gutes Feedback, das du zuletzt jemandem gegeben hast? Beide lohnen ein paar Minuten Nachdenken — ganz ohne Prüfung.

Feedback — Merkblatt

Der Leitfaden kompakt: geben · Methoden · annehmen · schützen.
PunktKurzfassung
Feedback geben
Beobachtung statt BewertungBeschreiben, was wahrnehmbar ist: „B schaut 15 Sekunden auf den Boden und spricht flüsternd“ statt „B ist unsicher“.
Ich-Botschaften„Ich habe beobachtet …“, „Mir ist aufgefallen …“, „Ich empfinde …“
Positiver Rahmen — aber ehrlichAnerkennend beginnen und aufbauend enden. Kein Trick: Lob, das nur Kritik einleitet, entwertet beides.
Feedforward (Do statt Don’t)Formel: Aktion + Zeitpunkt + Intensität/Skala + beabsichtigte Wirkung. „Senke die Lautstärke eine Stufe, damit der Text verständlich bleibt.“
Methoden
Two Stars and a WishZwei konkrete Stärken + ein Wunsch zur Weiterentwicklung.
TAGTell something you liked · Ask a question · Give a suggestion.
SBISituation (wann/wo) → Behavior (was genau) → Impact (welche Wirkung).
Critical Response Process (Lerman)Vier Schritte, die Künstlerin steuert: 1. Was hat Bedeutung gehabt? 2. Künstlerin fragt. 3. Neutrale Fragen der Runde. 4. Meinungen nur nach Erlaubnis („Ich habe eine Meinung zu X — willst du sie hören?“).
Feedback annehmen
WährendAktiv zuhören, ausreden lassen, nicht sofort rechtfertigen, präzise nachfragen.
DanachAbstand gewinnen · Selektion (nutzen, was hilft — verwerfen ist erlaubt) · Anwendung planen · danken.
Die drei Fragen (Hattie)Wohin will ich? Wo stehe ich? Was ist der nächste Schritt? — gutes Feedback beantwortet alle drei.
Der sichere Raum
GrundsatzEine abwertende Bemerkung im Stück ist Text der Figur und gilt der anderen Figur, nicht der Person; persönliche Grenzen und Schutz vor Diskriminierung gehen vor — der sichere Raum ist nicht verhandelbar.
STOPPStopp · Tat benennen (ohne Wiederholung) · Orientierung geben · Prozess sichern (Pause, De-Roling = aus der Rolle treten, Wahl) · Protokoll & Plan.
CARECalm · Ask (was brauchst du?) · Regulate (z. B. kurz an die frische Luft) · Exit/Role (De-Roling) — danach: Resume/Record (klären, wie es weitergeht).
Bystander-Signal„Stopp — Außenprobe“ darf von allen kommen.
Die Kernformel
ZusammenfassungOhne zu urteilen beschreiben, wie etwas wirkt — und gemeinsam einen kleinen, konkreten nächsten Schritt ableiten.