„Es sah gelangweilt aus!“ — „Was? Ich habe Trauer gespielt!“ Zwischen dem, was du meinst, und dem, was ankommt, liegt eine Lücke. Feedback ist das Werkzeug, das sie sichtbar macht — ohne zu verletzen. In sechs Leveln lernst du: beobachten statt bewerten, sagen ohne zu treffen, annehmen ohne einzuknicken — und den Raum schützen, in dem das alles möglich ist.
Ordne die vier Bausteine der Formel den Teilen des Beispielsatzes zu: „Senke im Streit-Dialog in Szene 3 die Lautstärke eine Stufe, damit dein Text verständlich bleibt.“
Eine Feedback-Runde nach Ninas Solo — fünf Rückmeldungen sind gutes Feedback, drei sind schlechtes. Klick die fünf guten an.
Die Szene: Ninas Solo. Sie beginnt mit dem Rücken zum Publikum und dreht sich erst beim letzten Satz um — heute allerdings schon mitten im Text. So klingt Feedback dazu in jeder der vier Formen:
Ab acht richtigen Antworten im ersten Versuch darfst du dich selbst Super-Feedbacker nennen.
Was war das beste Feedback, das du je bekommen hast — und warum hat es gewirkt? Und: Was war ein gutes Feedback, das du zuletzt jemandem gegeben hast? Beide lohnen ein paar Minuten Nachdenken — ganz ohne Prüfung.
| Punkt | Kurzfassung |
|---|---|
| Feedback geben | |
| Beobachtung statt Bewertung | Beschreiben, was wahrnehmbar ist: „B schaut 15 Sekunden auf den Boden und spricht flüsternd“ statt „B ist unsicher“. |
| Ich-Botschaften | „Ich habe beobachtet …“, „Mir ist aufgefallen …“, „Ich empfinde …“ |
| Positiver Rahmen — aber ehrlich | Anerkennend beginnen und aufbauend enden. Kein Trick: Lob, das nur Kritik einleitet, entwertet beides. |
| Feedforward (Do statt Don’t) | Formel: Aktion + Zeitpunkt + Intensität/Skala + beabsichtigte Wirkung. „Senke die Lautstärke eine Stufe, damit der Text verständlich bleibt.“ |
| Methoden | |
| Two Stars and a Wish | Zwei konkrete Stärken + ein Wunsch zur Weiterentwicklung. |
| TAG | Tell something you liked · Ask a question · Give a suggestion. |
| SBI | Situation (wann/wo) → Behavior (was genau) → Impact (welche Wirkung). |
| Critical Response Process (Lerman) | Vier Schritte, die Künstlerin steuert: 1. Was hat Bedeutung gehabt? 2. Künstlerin fragt. 3. Neutrale Fragen der Runde. 4. Meinungen nur nach Erlaubnis („Ich habe eine Meinung zu X — willst du sie hören?“). |
| Feedback annehmen | |
| Während | Aktiv zuhören, ausreden lassen, nicht sofort rechtfertigen, präzise nachfragen. |
| Danach | Abstand gewinnen · Selektion (nutzen, was hilft — verwerfen ist erlaubt) · Anwendung planen · danken. |
| Die drei Fragen (Hattie) | Wohin will ich? Wo stehe ich? Was ist der nächste Schritt? — gutes Feedback beantwortet alle drei. |
| Der sichere Raum | |
| Grundsatz | Eine abwertende Bemerkung im Stück ist Text der Figur und gilt der anderen Figur, nicht der Person; persönliche Grenzen und Schutz vor Diskriminierung gehen vor — der sichere Raum ist nicht verhandelbar. |
| STOPP | Stopp · Tat benennen (ohne Wiederholung) · Orientierung geben · Prozess sichern (Pause, De-Roling = aus der Rolle treten, Wahl) · Protokoll & Plan. |
| CARE | Calm · Ask (was brauchst du?) · Regulate (z. B. kurz an die frische Luft) · Exit/Role (De-Roling) — danach: Resume/Record (klären, wie es weitergeht). |
| Bystander-Signal | „Stopp — Außenprobe“ darf von allen kommen. |
| Die Kernformel | |
| Zusammenfassung | Ohne zu urteilen beschreiben, wie etwas wirkt — und gemeinsam einen kleinen, konkreten nächsten Schritt ableiten. |